außerschulische Projektbeispiele

Videoprojekt verdeutlicht Alltagsprobleme behinderter Menschen

Barrierefreiheit ist vielen ein Begriff, aber wie erleben behinderte Menschen ihren Alltag? Wo gibt es noch Probleme bei der Bewältigung von alltäglichen Dingen? Dieser Fragestellung ging der SAEK Chemnitz gemeinsam mit Hörgeschädigten und an Parkinson erkrankten Teilnehmern in einem Pilotprojekt nach. Ziel war es, im Hinblick auf die aktuelle Behindertenrechtskonvention (BRK) eine aktive Gestaltung von Medienbeiträgen von und mit Menschen mit Behinderungen zu realisieren.

Für Susann Riedel, Studioleiterin des SAEK Chemnitz, war es ein ganz besonderes Projekt: „Die monatelange, intensive Arbeit hat auch meinen Blick für die Probleme behinderter Menschen geschärft. Wie kann ich mit Hörgeschädigten kommunizieren? Was passiert wenn Parkinsonpatienten plötzlich einfrieren?“ Auch im Hinblick auf die Grundlagenvermittlung der Filmproduktion gab es einiges zu beachten: „Für die hörgeschädigten Teilnehmer haben wir viele Erklärungen visualisiert. Und auf die Unterstützung von Angehörigen konnten wir bei der Technikbedienung für den Parkinsonfilm bauen.“

Als Projektergebnis entstanden zwei Filme, die anlässlich des Selbsthilfetages am 7. Mai in Leipzig vor geladenen Gästen der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe uraufgeführt wurden. Zu sehen sind diese entweder im Youtube-Kanal des SAEK Chemnitz oder auf unserer SAEK Chemnitz-Seite.

 

 

Asylum – Leben in Chemnitz

„Masseneinwanderung stoppen“, „Geld für die Oma – statt Sinti und Roma“, „Guten Heimflug“, „Asylbewerber raus“. Mit solchen und ähnlichen Sprüchen wird nicht nur im Wahlkampf gegen Flüchtlinge Stimmung gemacht. Doch wer sind eigentlich die Menschen, um die es hier geht? Welche Geschichten bringen sie mit? Was steckt hinter ihrer Flucht? Diesen Fragen sind wir während des außerschulischen Projektes „Asylum“ gemeinsam mit der AG In- und Ausländer e.V. auf den Grund gegangen. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesprogramm des Lokalen Aktionsplans Chemnitz.

Nach einer Einführung in die HD-Kameratechnik,Bildgestaltung und Interviewführung hat Dramaturg Egmont Elschner mit den sechs Schülern und Studenten besprochen, was bei einer Dokumentation und einem Porträt zu beachten ist. Vor welchem Hintergrund kommen Interviewpartner am besten zur Geltung? Wie werden Interviewfragen optimal formuliert? Und wie unterscheiden sich Dokumentationen von Kurzfilmen?

Herausgekommen ist die Produktion „Asylum − Leben in Chemnitz“, das es nun u.a. in einer Wanderausstellung und auf dem Youtube-Kanal des SAEK Chemnitz zu sehen gibt.

 

 

Verfolgungsjagd durch Annaberg-Buchholz

Mit einem historischen Kurzfilm haben zehn Kinder und Jugendliche das 2. AnnaZwerger Mediencamp in Annaberg-Buchholz abgeschlossen. Unter dem Motto „Macht Geschichten aus Geschichte“ entstand ein Video, in dem die prägenden Epochen der Annaberger Stadtgeschichte festgehalten worden sind.

Nach einer Stadtführung trugen die Acht- bis 14-Jährigen die ersten Ideen zusammen und arbeiteten diese weiter aus. Inhalt sollte ein Bösewicht sein, der die Gründung der Stadt Annaberg verhindern möchte und einen Schatz stielt. Mit diesem kann er durch die Zeit reisen und auf seinem Weg berühmte Persönlichkeiten wie Barbara Uthmann und den Stadtgründer Herzog Georg treffen. Um die Taten des Bösewichtes zu stoppen, nehmen zwei Mädchen die Verfolgung auf.

Um den Film so realistisch wie möglich zu gestalten, hat die Gruppe die Kostümausleihe im Familienzentrum Annaberg besucht und sich für den Dreh mit mittelalterlichen Gewändern eingekleidet. Auch die Drehorte mussten natürlich der Zeit angepasst sein, in dem die Geschichte spielt. Damit also keine Autos im 16. Jahrhundert zu sehen sind, begab sich das Team noch einmal auf die Suche nach  Orten, die am wenigsten von der heutigen Zeit beeinflusst sind. Dabei sind die Jungen und Mädchen im Klostergarten und an der St. Annenkirche fündig geworden.

Während der Dreharbeiten zeigten alle ihr schauspielerisches Talent. Diejenigen, die keine Rolle übernahmen, bedienten die Kameras und kümmerten sich um den Ton. Zum Schluss wurden die einzelnen Szenen zusammengeschnitten. Hierbei lernten die Kinder, wie sie Effekte, wie zum Beispiel Feuer, nachträglich in die Clips einfügen  oder wie sie eine Zeitreise durch ein Portal optimal umsetzen.

So konnte ein spannender Film entstehen, der die Geschichte Annabergs auf eine unterhaltsame aber prägnante Weise auf den Punkt bringt. (Suse Eckart)

 

 

Intergeneratives Fotoprojekt des SAEK Chemnitz

Was interessiert Kindergartenkinder? Was bewegt sie und womit beschäftigen sie sich in ihrem Alltag? Fragen, auf die sechs Chemnitzer Senioren während eines generationsübergreifenden Medienprojektes des SAEK Chemnitz jede Menge Antworten gefunden haben.

Rückblick: Unter dem Motto “Hier lebe ich, hier spiele ich!” haben die Senioren seit dem 13. März gemeinsam mit 14 Vorschülern der Kindertagesstätte „Entdeckerland“ des BIK e.V.das Umfeld der Kleinen erkundet. So führten die Kinder ihre Gäste durch ihre Einrichtung, zeigten wo sie spielen, essen oder sich ausruhen. “Bemerkenswert war hierbei, wie natürlich sich die Jungen und Mädchen gezeigt haben. Sie haben sich so gegeben, wie sind”, schwärmt Susann Riedel, Studioleiterin des SAEK Chemnitz. Ein Mädchen habe zum Beispiel immerzu auf ihrer Gitarre gespielt und gesungen, andere haben wiederum ihre Freundschaften in den Mittelpunkt gestellt.

“All diese Eindrücke wurden mit dem Fotoapparat und einem Tonaufnahmegerät festgehalten. Dadurch konnten sich die Kinder auf jeweils nur ein Medium konzentrieren und dessen Besonderheiten und Gestaltungsmöglichkeiten kennen lernen”, erklärt Susann Riedel weiter. Angeregt durch die entstandenen Fotografien im Kindergarten brachten einige der Senioren sogar Bilder aus ihren Kindheitstagen mit: Das älteste Bild war 70 Jahre alt. Dabei unterhielten sich die Kinder und Senioren darüber, was es damals im Vergleich zu heute hieß, ein Kind zu sein.

Im Vorfeld der Praxistage wurden die Senioren im Umgang mit der Medientechnik ausgebildet. Ihr Wissen konnten sie somit als Mediencoaches direkt an die Vorschüler weitergeben. “Dies war uns wichtig, um nicht nur Medienkompetenz zu fördern sondern auch den generationsübergreifenden Austausch zu unterstützen.” Die Medienpädagogen des SAEK Chemnitz haben dabei den Projektablauf moderiert.


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