Mit den Augen eines Smartphones – Geschichte mal ganz anders entdecken

Augmented Reality ist die Zukunft. Die Idee, unsere wahrnehmbare, erfahrbare Realität zu erweitern um virtuelle Elemente, und diese mit mobilen Endgeräten wie dem Smartphone oder Tablet sicht- und verwendbar zu machen, beschäftigt die Computerindustrie seit Jahren. Mittlerweile haben die Bemühungen in diese Richtung erste Ergebnisse hervorgebracht – Google Glass und verschiedene Augmented-Reality-Apps zum Beispiel.

Auch wenn diese Technologie noch in den Kinderschuhen steckt, hat sie eine ambitionierte 9. Klasse aus dem Augustum-Annen-Gymnasium in Görlitz sinnvoll nutzbar gemacht.

Die App „Aurasma“ bietet die Möglichkeit, Videos, Audiobeiträge und Fotos zu verlinken mit markanten Punkten unserer erfahrbaren Realität. Scannt und erkennt das Smartphone einen jener markanten Punkte, öffnet sich automatisch das damit verlinkte Element, welches dann wiederum zusätzliche Informationen über das entsprechende Gebäude oder die Einrichtung vermittelt.

Erste Erfahrungen mit der App sammelten die Neuntklässler bei der Auftaktveranstaltung, wo wir sie auf eine kleine Proberallye durch die Berliner Straße geschickt haben. Stellen zu finden, an denen der Scan auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen zuverlässig funktioniert, ist gar nicht so einfach, weswegen nicht alle sechs Stationen einwandfrei funktioniert haben. Dabei konnten die Schüler aber gleich ein paar Erfahrungen sammeln, wie so eine markante Stelle beschaffen sein muss, damit der Scan immer klappt.

Der Plan der Klasse 9a war es, die „Aurasma“-App zu nutzen, um einen Stadtrundgang zu vergessenen Orten der Industriegeschichte Görlitz‘ zu gestalten. Dieses Projekt und der Stadtrundgang haben den Namen „FABRIKINO“ erhalten.

Zunächst durchliefen die Schüler aber drei kleine Workshops, in denen sie alles Nötige zu Bildgestaltung, Kameratechnik und Videoschnitt erfahren haben. Zur Festigung der Theorie und zum Sammeln praktischer Erfahrungen haben wir sie anschließend auf einen Probedreh geschickt, bei dem Interview führen gleich mit geübt werden konnte.

Optimal vorbereitet ging es dann mit der Kamera im Gepäck zu sechs verschiedenen ehemaligen Industriestandorten, wo sich die sechs Schülergruppen mit ihrem jeweiligen Paten getroffen haben. Die Paten sind Nachfahren der Industrieinhaber oder ehemalige Angestellte, in jedem Fall aber Experten für den jeweiligen Standort. Sie haben den Schülern ausführlich die Industriegelände vorgestellt, deren Geschichten erzählt und Interviews gegeben.

Die Aufnahmen von den Interviews und den verlassenen Fabrikhallen haben die Schüler zu sehr sehenswerten, kurzen und informativen Beiträgen verarbeitet. Diese wurden dann mit den sogenannten Triggerfotos verlinkt – Fotografien von jenen markanten Punkten am Gebäude oder auf dem Gelände, die gescannt werden müssen, damit das zugehörige Video losläuft.

Ein so innovatives und aufwändiges Projekt wie „FABRIKINO“ darf nicht undokumentiert bleiben. Aus diesem Grund haben sich in der Klasse 9a drei Schüler gefunden, die, während das Projekt lief, einen Blog in Betrieb genommen haben und in Wort und Bild von allen notwendigen Schritten und Zwischenergebnissen auf dem Weg zum fertigen Stadtrundgang berichteten. Hier geht’s zum Blog.

Wer also mal die Ecken von Görlitz erkunden möchte, die – trotz ihrer Bedeutung für die Entwicklung der Stadt – bei jeder Stadtführung garantiert unerwähnt bleiben, muss nichts weiter tun, als sich die App „Aurasma“ auf Smartphone oder Tablet zu installieren, „FABRIKINO“ zu folgen, sich ein paar bequeme Schuhe anzuziehen und auf den Weg zu machen. Eine Karte mit allen Stationen ist hier zu finden.

Noch Unklarheiten bezüglich der Verwendung der App? Dann hat das Aurasma-Anleitungsvideo, das die Bloggruppe produziert hat, alle Antworten:

Alle, die noch viel mehr über das FABRIKINO und weitere Fotos von der Klasse 9a in Action sehen möchten, können sich noch einmal auf dem Blog umschauen.

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