Matthäus Crocinus: Maler, Bierbrauer, Migrant – Migration in Bautzen als geschichtliches Phänomen

20. Juli 2016 Bautzen, Studio Bautzen

Migration – ein Stichwort, das momentan sehr präsent ist. Doch wirft man einen Blick in die Geschichte Bautzens, so stellt man fest, dass die Stadtentwicklung schon im 17. Jahrhundert maßgeblich von Migranten beeinflusst wurde.

Was genau Migration eigentlich bedeutet und wie sich diese in Bautzen widerspiegelt, versuchen die Teilnehmer des Filmworkshops „Migranten in Geschichte und Gegenwart in Bautzen“ derzeit herauszuarbeiten. Der Workshop ist Teil des Jugendprojekts „Migranten in Bautzen“, das bereits seit Juni in regelmäßigen Abständen stattfindet. Der SAEK ist in Kooperation mit dem Leuchtturm-Majak e.V. für die filmische Umsetzung verantwortlich. Der Verein wurde 2006 gegründet, um Spätaussiedler bei der Integration in Bautzen zu unterstützen. Im Laufe der Jahre hat sich der Fokus auf interkulturelle Arbeit im Großen ausgeweitet.

Am 11.07. startete der Filmworkshop im SAEK Bautzen mit dem „Einführungskurs Fernsehen“. Die Grundlagen der Kameratechnik und der Interviewführung wurden dabei vermittelt. Seit dem 12.07. sind die Teilnehmer mit Kamera und Mikrofon unterwegs, um mit Bautzner Migranten ins Gespräch zu kommen. So wurden u.a. Anna Pietak-Malinowska – Ausländerbeauftragte des Landkreis Bautzen, Herr Timm vom Sportfachhandel Timm und die Pianistin Liana Bertók besucht.

Über das Stadtmuseum tauchten die Teilnehmer in die Geschichte Bautzens ein und erweckten einflussreiche Personen des 17. Jahrhunderts – neben dem Kurfürsten Johann Georg I. auch den Maler Matthäus Crocinus – mit schauspielerischer Höchstleistung wieder zum Leben. Crocinus verschlug es 1637 nach Bautzen, nachdem er aus religiösen Gründen aus seiner böhmischen Heimat fliehen musste. Der Erwerb als Maler reichte nicht aus, so dass er kurzerhand ins Bierbraugewerbe einstieg.

Der erste Teil des Filmmaterials wurde bereits geschnitten. Die gesamten Ergebnisse können ab dem 25.09.2016 im Theater auf der Ortenburg im Rahmen einer Wanderausstellung angeschaut werden. Bis dahin wird noch fleißig an der multimedialen Präsentationstechnik gearbeitet.

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