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28. Juni 2011 Leipzig

Raus aus der Schule und rein in eine andere Welt – mittels erlebnispädagogischer Methoden erfuhren Schüler der freien Mittelschule Leipzig Gohlis vom 11. bis 13. Mai 2011 mehr über die Chancen und Risiken des Handys und bekamen die Möglichkeit, dieses Medium kreativ zu nutzen.

Bei diesem Projekt wurden erstmals im Rahmen der Arbeit des SAEK Leipzig die Methoden der Erlebnispädagogik mit den Methoden der Medienpädagogik vereint. Mit Hilfe von erlebnispädagogischen Methoden wurden medienrelevante Themen spannend und in der freien Natur vermittelt.

Ziel des Projektes war es, Jugendliche im Umgang mit dem Handy zu sensibilisieren sowie den bewussten und kreativen Umgang zu fördern. Dabei ging es insbesondere um das Bewusstsein der eigenen Handynutzung, das Handy als Kostenfalle, Gewaltdarstellungen auf dem Handy und das Recht am eigenen Bild. Dazu wurden auch medienrechtliche Grundlagen vermittelt.

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den genannten Themen lernten die Jugendlichen die technische und kreative Seite des Handys kennen, indem sie gemeinsam einen eigenen Handyfilm erstellten.

Der erste Tag diente dem Kennenlernen der vier Betreuer und 16 Schüler. Nach einer kurzen Einführung in das Geocaching startete die moderne Form der Schnitzeljagd.

Ausgestattet mit GPS-Geräten und Mobiltelefonen begannen die Teilnehmer in vier Gruppen im Umfeld der Leipziger Zoowiese die Suche nach den „Caches“. Es wurde ihnen jedoch nicht leicht gemacht – nur durch das Lösen von Rätseln zum Thema „Medien und Handy“ und der möglichst sparsamen Handy-Kommunikation mit den anderen Gruppen, erhielten die Teilnehmer die Koordinaten für die nächste Station.

Am Aussichtsturm Rosenthal wurde der zweite Tag mit einer intensiven Diskussion zum Thema „Gewalt in den Medien“ eingeläutet. Um dem Trend der Happy-Slapping Videos, die gerade an vielen Schulen kursieren, entgegen zu wirken, wurden die Schüler aufgefordert ein Drehbuch für einen Handyfilm gegen Gewalt zu entwickeln. Sie setzten ihre kreativen Ideen in einem Drehbuch um und bewiesen beim anschließenden Dreh ihr schauspielerisches Talent.

Durch das Ausprobieren des Handys bekamen die Schüler auch ein Gefühl für den positiven Nutzen der Handyvideofunktionen. Höhepunkt des Tages war das professionelle Abseilen vom Aussichtsturm im Park. Auch hierbei wurde die Kamerafunktion der Handys genutzt, um das Erlebte zu dokumentieren.

Zu Beginn des dritten Tages wurden die Schüler in den Räumen des SAEK Leipzig mit skandalösen Ausschnitten der BILD-Zeitung konfrontiert, deren Inhalt die Schüler selbst waren. Mittels Bildmontage entstanden so Titelseiten, die als Anstoß für eine angeregte Diskussion über Medienrecht, insbesondere das Recht am eigenen Bild, dienten.

Nach dieser Diskussion arbeiteten die Schüler an ihren Handyfilmen und schnitten das Rohmaterial am Computer. Die fertigen Spots gegen Gewalt wurden dann vor allen präsentiert und diskutiert. Die Schüler betonten unter Anderem den Spaß an den Aktivitäten im Freien, die spannende Aufbereitung der Diskussionsthemen und die willkommene Abwechslung zum alltäglichen Schulstress.

Projektleiter Thomas Necke lobte die gelungene Fusion von Medien- und Erlebnispädagogik und hofft, „dass dieses Konzept weiter gefördert wird und sächsischen Schulen in Zukunft als reguläres Projekt angeboten werden kann“.

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