Diesterweg-Grundschule meistert einwöchiges Videoprojekt
08.06.2012, Leipzig. Die ganze Woche qualmten die Köpfe der Grundschüler aus Klasse 4a der Delitzscher Diesterweg-Grundschule. Am Montag startete das Videoprojekt mit dem SAEK Leipzig und ist heute mit einem 53-minütigem Film zu Ende gegangen.
Gespannt war die Klasse 4a als es am Montag hieß: „Hallo liebe Klasse, wir sind vom SEAK Leipzig“. Denn das war das Startzeichen für eine erlebnisreiche Woche. Zuvor hatten die über 20 Schülerinnen und Schüler mit ihrer Klassenlehrerin Frau Wolff überlegt und konzipiert, wie der Film für die Viertklässler aussehen soll. „Für mich war es das erste Videoprojekt“, so Wolff, und dennoch wussten ihre Schützlinge genau, was sie vom SAEK wollten. Eine Erinnerung an die Grundschulzeit sollte entstehen, mit Liedern, Tänzen, Wandertagen, Theaterstücken, Unterrichtsfächern, Lehrern und der Klassenfahrt. Wie also vier Jahre Schule in einen interessanten, spannenden und lustigen Film packen? Das war die Herrausforderung.
Doch die Klasse hatte gute Arbeit geleistet und schon vor Projektbeginn alle Skripte fertig gestellt. So begann der Montag mit einer Einführung in das „Filme machen“. So zeigten die Medienpädagogen, wie Spannungsbögen in einem Film eingearbeitet werden. Auch wie Bilder wirken können, zum Beispiel aus unterschiedlichen Perspektiven, wurde erläutert. Nicht selten war aus den Schulbänken „Ach deswegen“, oder „ Aha! So wird das gemacht“ zu hören. Zu verstehen, dass Filme oder auch Werbung ganz bewusst gestaltet werden, half den Schülern der Klasse 4a, den letzten Feinschliff am eigenen Konzept vorzunehmen. Jetzt wurde diskutiert, wie Zwischenbilder, Einstellungsgrößen und Musik eingesetzt werden.
Hibbelig und gut vorbereitet ging es an die Dreharbeiten. Dazu hatten sich vier Gruppen gebildet, welche je ein Schuljahr filmisch zu gestalten hatten. Die Gruppenarbeit war für die Schüler und Schülerinnen nicht unbedingt neu. Aber die Herausforderung war eine weitreichend andere. Schnell merkten die Kinder, dass es anstrengend ist auf längere Zeit konzentriert und auch ruhig am Filmset zu arbeiten. Die Medienpädagogen des SAEK Leipzig gaben eine kurze Kameraeinführung und begleiteten die Gruppen bei ihren Dreharbeiten. Nach und nach stieg die Anspannung, immer mehr Szenen wurden abgedreht. Natürlich wurde es auch mal hektisch und lauter, denn die neuen Eindrücke prasselten auf die Kinder ein. Etwas aufgeregt stellten sich die kleinen Filmstars vor die Kamera und lernten schnell den Unterschied zwischen Gedicht aufsagen und Szenen abdrehen kennen. Mit jedem weiteren Versuch und jedem weiteren Tag stieg die Teamfähigkeit und die Akteure vor der Kamera wurden warm und bekamen kaum genug vom „spielen mit der Kamera“. Neben den ganzen gestalterischen und inhaltlichen Aspekten begeisterte die Kleinen besonders die Technik. „Wer darf jetzt den Ton machen?“, „Jetzt will ich Kameramann sein!“ schallte es des Öfteren durch die Klassenzimmer.
Mit dem Donnerstag wurde die Filmtechnik verstaut und die Laptops des SAEK ausgepackt. Der Schnitt mit all seinen Facetten stand noch aus. Nicht lange dauerte es bis die ersten Gesichter müde wirkten, weil das Schneiden des Filmmaterials sehr anstrengend ist. Konzentration und Fingerspitzengefühl beim Bedienen der Maus im Schnittprogramm ist notwendig. An diesem Punkt wurden die letzten Unverständlichkeiten geklärt. Was hatte es denn mit dem Zwischenbild auf sich? Wie geht denn das mit der Musik im Hintergrund? Was ist denn ein Blendenübergang? Das alles haben die Kinder selbst anwenden und einstellen müssen, ganz schön mühsam, zumindest beim ersten Versuch.
Am Ende der Woche besuchte die ganze Klasse 4a das Leipziger SAEK Studio und wir schauten den fertigen Film an. Groß war die Begeisterung bei allen Beteiligten. Solch eine Erinnerung an die eigene Grundschulzeit ist wahrscheinlich unbezahlbar. Dazu kommen die neu gewonnen Erfahrungen und einige Kniffe, was das Filmhandwerk betrifft. So können die Grundschüler und -schülerinnen gestärkt und mit etwas mehr Reflektionsvermögen im Bereich Film in die Sekundarstufe gehen.
Text: Johannes Gersten
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