Auftaktveranstaltung zur saek medienwerkstatt in Leipzig

24. September 2018 Leipzig, Studio News

Journalisten und Wissenschaftler diskutieren über Medienkompetenz in der digitalen Gesellschaft

Wie lassen sich erfundene Nachrichten von belegten Fakten unterscheiden? Welche Rolle spielen klassische und soziale Medien heute? Wird die Glaubwürdigkeit der etablierten Medien durch alternative Angebote auf die Probe gestellt? Und welchen Herausforderungen muss sich die Medienpädagogik dabei stellen?

Dies waren nur einige Fragen, denen am 19. September 2018 im Podium „Glaubwürdigkeit in den Medien – Medienkompetenz im digitalen Zeitalter“ des SAEK Leipzig nachgegangen wurde. Nach einer Begrüßung durch Robert Helbig, Betreiber des SAEK Leipzig, und Dr. Uta Corsa, Geschäftsführerin des SAEK-Förderwerk für Rundfunk und neue Medien gGmbH, sprach Prof. em. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig) in seinem Input zu so genannten „Fake News“ und ihrer Entstehung.

Prof. em. Dr. Michael Haller (Universität Leipzig)

Haller machte deutlich, dass dabei mehrere Akteure und die dahinter stehenden Interessen relevant sind: Neben den „Urhebern“ von Fake News, die damit ein bestimmtes Ziel verfolgen, spielen auch Journalisten mit ihrer Themensetzung und das Publikum mit der Auswahl der konsumierten Medien eine Rolle. Zu beobachten ist dabei, dass „klassische“ Medien wie öffentlich-rechtliche TV- und Radiosender sowie Zeitungen nach wie vor das größte Vertrauen genießen, auch bei jüngeren Menschen. „Wichtig ist jedoch, dass neben Medienwissen – z.B. zur Funktionsweise von Journalismus und Medien – auch Kompetenzen zur Unterscheidung von Meinungen und Sachverhalten entwickelt werden“ schloss Prof. em. Dr. Michael Haller seinen Einstieg in das Thema.

Stefanie Kakoschke (SAEK Leipzig) und Robert Helbig im Gespräch

Anschließend sprachen Stefanie Kakoschke, Studioleiterin des SAEK Leipzig, und Robert Helbig über verschiedene Möglichkeiten und Methoden, dieses Thema in der medienpädagogischen Arbeit mit Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu behandeln. Dabei stellten sie das Projekt „Ab durch den Mediendschungel“ vor, welches von den ehemaligen Volontären der SAEK-Standorte konzipiert, entwickelt und durchgeführt wurde. „Es geht darum, Medieninhalte bewusst und aufmerksam zu rezipieren und einordnen zu können und sie kritisch zu bewerten“ erzählte Stefanie Kakoschke über das Ziel des Projektes. Dazu wurden verschiedene Module entwickelt, die sich zum Beispiel mit der Verifizierung von Medieninhalten oder Manipulationen im Bild- und Audiobereich beschäftigen.

(v.l.n.r) Oliver Gibtner-Weidlich im Gepräch mit Ine Dippmann, Prof. em. Dr. Michael Haller und Daniel Große

An der darauffolgenden Podiumsdiskussion nahmen Prof. em. Dr. Michael Haller, die Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes Sachsen Ine Dippmann (DJV) sowie der Journalist und Blogger Daniel Große teil. Moderiert wurde diese von Oliver Gibtner-Weidlich. Natürlich spielten dabei auch die Ereignisse in Chemnitz und deren Rezeption in den Medien eine Rolle. „Was wir sicher mehr brauchen, ist einen Diskurs über die Rolle der Medien im Staat und der Demokratie“ meinte Ine Dippmann. Dies müsse auch von den Medien selbst ausgehen: „Es muss erklärt werden, wie Themen in Redaktionen gesetzt werden und welche Kriterien dabei eine Rolle spielen.“ Auch in der Kommunikation mit den Menschen auf der Straße, zum Beispiel bei Demonstrationen, stellt Ine Dippmann einen Glaubwürdigkeitsverlust der Medien fest. Dies konnte Daniel Große auf lokaler und regionaler Ebene noch nicht feststellen. Er betreibt die Seite „Tauch-Kompakt“ und bloggt über aktuelle Themen der Kleinstadt.

Die Veranstaltung bildete den offiziellen Auftakt zur saek-medienwerkstatt. Mit diesem Segment widmen sich die SAEK in Form von Workshops, Informations- und Podiumsveranstaltungen verstärkt der Zielgruppe der Erwachsenen.

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